Mit den Eltern über ihre Pflegesituation sprechen

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Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit unserer Sinne häufig ab. Das bedeutet unter anderem, dass ältere Menschen Schmutz und unangenehme Gerüche weniger wahrnehmen und Gefahren zu spät oder gar nicht erkennen. Dies kann dazu führen, dass Eltern mit zunehmenden Alter immer mehr auf die Fürsorge und Hilfe ihrer Kinder angewiesen sind. Falls das auch bei dir der Fall ist, dann weißt du wahrscheinlich, wie sich ein solcher plötzlicher oder auch langsamer Rollentausch anfühlt.
Vielen alten Menschen fällt es schwer, sich des Nachlassens ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten bewusst zu werden und einzugestehen, dass sie Unterstützung benötigen. Niemand will gerne hilfsbedürftig sein und Kontrolle abgeben. Somit lehnen sie häufig jede angebotene Unterstützung ab.
Andere wiederum sehnen sich nach ständiger Unterstützung ihrer Kinder. Sie trauen sich weniger zu, als sie eigentlich schaffen können, und sind so unsicher, dass sie ständig um die Hilfe ihrer Kinder bitten.
Wenn auch du dich in der Situation befindest, dass du bei deinen Eltern geistige und/oder körperliche Veränderungen wahrnimmst, dann erfährst du im Folgenden, wie du damit umgehen kannst.

Suche das Gespräch

Wenn du merkst oder vermutest, dass deine Eltern geistig und körperlich langsam abbauen, dann solltest du dich frühzeitig mit deinen Eltern zusammensetzen und über die Zukunft sprechen. Dabei kannst du über mögliche eintretende Situationen, aber auch über Erwartungen aneinander sprechen. Achte darauf, dass du das Gespräch in einem ruhigen Rahmen und nicht zwischen Tür und Angel führst.
Folgende Fragestellungen können dich hierbei unterstützen:
  • Was können wir tun, wenn sich meine Eltern nicht mehr alleine versorgen können bzw. sie den alltäglichen Aufgaben nicht mehr nachkommen?
  • Wie könnte die Versorgung aussehen?
  • Wie stellen sich meine Eltern ihre Versorgung vor?
  • Wie sieht die finanzielle Lage meiner Eltern aus?
  • Wie viel Zeit kann und möchte ich für die Pflege aufbringen?
  • Könnte ich mir die Pflege mit jemand anderem (wie z. B. Geschwistern) aufteilen?
Sprecht darüber, wie die beste Lösung für dich und deine Eltern aussehen könnte. Falls deine Vorstellungen von denen deiner Eltern abweichen, dann solltest du dir Gedanken darüber machen, wie ein Kompromiss aussehen könnte.

Erste ambulante Unterstützungsmöglichkeiten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die deinen Eltern den Alltag erleichtern können, zum Beispiel indem ihnen alltägliche Aufgaben abgenommen werden. Angebote zur Unterstützung im Alltag helfen alten Menschen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbstständig zu bewältigen.
Dazu gehören ...
  • Haushaltsdienstleistungen (z. B. eine Haushaltshilfe)
  • Einkaufsservice
  • "Essen auf Rädern"
  • Hausnotrufsysteme
  • Besuchs- und Begleitdienste
  • Niedrigschwellige Betreuungsangebote
  • Mobile Dienstleistungsangebote, wie z. B. Haarschnitt, Fußpflege

Wenn du mit deinen Eltern über Hilfsmöglichkeiten sprichst, dann achte darauf, dass du diese respektvoll behandelst. Sprich dabei von deiner Sorge, dass den Eltern etwas passiert und nicht davon, dass sie es alleine nicht mehr schaffen. Zudem solltest du dich in Geduld üben und deinen Eltern Zeit für eine Entscheidung lassen. Versuche trotzdem hartnäckig zu bleiben, auch wenn die Eltern sich erst einmal gegen jegliche Hilfeleistung wehren. Manchmal macht es auch Sinn, zusammen mit den Eltern einen Beratungstermin wahrzunehmen. Deinen Eltern könnte es leichter fallen, einen neutralen Rat von außen anzunehmen als von den eigenen Kindern.
Weitere Beratung zum Thema "Pflege" bieten dir auch die angegebenen Ansprechpersonen.
Dieser Artikel wurde von Evermood erstellt und zuletzt am aktualisiert.